Abhängigkeit vom Therapeuten

 

Eine zeitweilige Abhängigkeit vom Therapeuten ist je nach Krankheitsbild manchmal unvermeidlich. Vertrauen und Geborgenheit in der therapeutischen Beziehung sind für eine erfolgreiche Therapie wichtig. Das Ziel einer Therapie sollte aber die Stärkung von Selbstvertrauen und Selbständigkeit sein, damit die Therapie erfolgreich abgeschlossen werden und der Patient sein Leben wieder selbst in die Hand nehmen kann.

Bei vielen Therapeuten ist es möglich, zum Ende der Therapie die Abstände zwischen den einzelnen Sitzungen zu strecken und so die Selbstständigkeit zu fördern.

Wenn Patienten die Neigung haben, sich in Beziehungen besonders abhängig zu machen, wird sich dieses Verhalten meist auch in der Therapie widerspiegeln. Ein guter Therapeut sollte dies erkennen und ansprechen können, damit es in der Therapie bearbeitet werden kann.

Manche Patienten können sich zeitweise gar nicht vorstellen, einen längeren Urlaub des Therapeuten zu überstehen. Wenn möglich sollte dies vorher angesprochen werden, damit gemeinsam überlegt werden kann, welche Alternativen es für den Patienten während dieser Zeit gibt.

Es gibt aber auch Therapeuten, die aus der Abhängigkeit des Patienten einen emotionalen oder materiellen Gewinn erzielen. Langjährige Therapien, die dann meistens irgendwann privat gezahlt werden, sind manchmal die Folge, wenn ein Therapeut den Patienten nicht in die Selbstständigkeit entlassen kann.

Vorsicht ist geboten, wenn der Therapeut die Fortschritte des Patienten nur als seinen eigenen Erfolg wertet und die zunehmenden Fähigkeiten und Lösungsstrategien des Patienten nicht würdigt.

Literaturangabe

Wolfgang Siegel: Tut mein Therapeut mir gut? 2003 Kreuz Verlag, Stuttgart, Zürich

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Psychotherapie

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