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Therapieformen

Es gibt verschiedene Therapieformen, deren Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Verhalten durch Beobachtung oder Konditionierung erlernt wird und deshalb auch wieder verändert werden kann. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie, die sich bei Depressionen als besonders wirksam erwiesen hat, werden negative Gedanken und Bewertungen als Ursache für negative Gefühle angenommen. In der Therapie werden automatisch auftretende Gedanken registriert und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft sowie alternative Überzeugungen entwickelt und trainiert. Die Verhaltenstherapie legt den Schwerpunkt auf die aktuellen Probleme und das Erlernen von Bewältigungsstrategien. Sie dient der Hilfe zur Selbsthilfe. Zu Beginn werden klare Therapieziele vereinbart, die im Laufe der Therapie überprüft werden. Verhaltenstherapeuten geben häufig konkrete Handlungsanleitungen und Hausaufgaben.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist aus den Bemühungen entstanden, eine psychoanalytische Behandlung zu straffen und in kürzerer Zeit Behandlungserfolge zu erzielen. Konflikte und Probleme der aktuellen Lebenssituation werden im Zusammenhang mit einem Grundkonflikt aus der Kindheit betrachtet. Im Gespräch mit dem Therapeuten werden aufkommende Erinnerungen und Gefühle durchgearbeitet. Ziel der tiefenpsychologischen Therapie ist das Verstehen der inneren Konflikte und dadurch eine bessere Bewältigung der aktuellen Probleme.

Die Psychoanalyse wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Sigmund Freud entwickelt und findet in ihrer klassischen Form im Liegen ohne Blickkontakt zum Therapeuten statt. Sie misst den frühen Kindheitserfahrungen und der Eltern-Kind-Beziehung eine besondere Bedeutung für das ganze weitere Leben und damit auch für die Entstehung psychischer Störungen zu. Bei der Psychoanalyse geht es um das Erinnern von verdrängten Anteilen, das Wiederholen in der Übertragungsbeziehung zum Therapeuten und das Durcharbeiten des Grundkonflikts mit allen Emotionen. Bei der Psychoanalyse sind bis zu drei Sitzungen pro Woche vorgesehen. Eine psychoanalytische Therapie ist nur für Patienten geeignet, die bereit sind, sich über einen längeren Zeitraum mit ihrer Lebensgeschichte auseinanderzusetzen.


Quelle:
https://www.fuereinander-miteinander-magdeburg.de/wissenswertes/depression/psychotherapie/

Die systemische Therapie betrachtet Menschen immer als Teil eines Systems, z. B. Familie, Arbeit, Schule etc.). Symptome werden nicht als Probleme oder Eigenschaften eines einzelnen Menschen, sondern als Folge einer Störung im sozialen Umfeld der Person verstanden. Im Zentrum stehen daher die Wechselwirkungen zwischen der Person und seinem Umfeld sowie die Beziehungs- und Kommunikationsmuster. Der Fokus der Therapie liegt aber nicht auf den krankheitsfördernden Faktoren, sondern es wird angenommen, dass jedes Symptom auch eine bestimmte Funktion im System erfüllt.
Die Therapeuten arbeiten gemeinsam mit den Klienten daran, diese Funktion zu entdecken, umzudeuten und neue Grundannahmen und Sichtweisen zu ermöglichen. Dabei verstehen sich die Therapeuten nicht als Experten, die Diagnosen stellen und Lösungen präsentieren, sondern sie versuchen gemeinsam mit den Betroffenen in einem offenen, respektvollen und wertschätzenden Dialog neue Handlungsoptionen zu entwickeln. Therapiemethoden sind insbesondere bestimmte Fragetechniken (z. B. zirkuläres Fragen) sowie die Nutzung von bildhaften Methoden (z. B. sogenannte Skulpturen,
Arbeit mit Symbolen etc.). Die Therapie ist sowohl im Einzel- als auch im Mehrpersonen-Setting (Paar, Familie)
möglich. Im Einzelsetting ist auch die Arbeit mit den inneren Anteilen / System ein hilfreicher Ansatz. Wir haben häufig mehr als eine „Seele in unserer Brust“.


Quellen:
https://www.dgsf.org/service/was-heisst-systemisch/familientherapie-systemische_therapie.html
https://www.therapie.de/psyche/info/therapie/systemische-therapie/
https://www.netdoktor.de/therapien/psychotherapie/systemische-therapie/ 

Eine Psychotherapie wird von verschiedenen Fachleuten angeboten:

Ärztliche Psychotherapeuten

Ärzte verschiedener Fachrichtungen, deren Ausbildung den Bereich Psychotherapie umfasst.

Psychologische Psychotherapeuten

Diplom- (oder Master-) Psychologen mit einer mindestens dreijährigen Zusatzausbildung in Psychotherapie. Sie führen Psychotherapien durch, dürfen aber keine Medikamente verschreiben.

Alternative Behandlungen

Die folgenden Therapien werden vor allem in Kliniken und psychiatrischen Institutsambulanzen angeboten, können jedoch teilweise auch von Fachärzten verordnet werden.

Lichttherapie ist vor allem für Betroffene mit einer Winterdepression geeignet. Sie kann nach Rücksprache mit dem Behandler auch zu Hause mit speziellen Lichttherapie-Lampen (2.500 bis 10.000 Lux) durchgeführt werden. Im ambulanten Bereich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nur im Einzelfall.

Wachtherapie / Schlafentzugsbehandlung / Schlafphasenverlagerung wird in unterschiedlichen Formen oft in Kliniken angeboten. Schlaf und insbesondere Schlafphasen bis in den Vormittag hinein scheinen eine eher depressionsfördernde Wirkung zu haben. Bei 60–70 Prozent aller depressiven Patienten kommt es durch Schlafentzug zu einer (zumindest kurzfristigen) deutlichen Stimmungsaufhellung und Aktivitätssteigerung. Eine Schlafentzugsbehandlung in Eigenregie sollte wegen möglicher Nebenwirkungen mit dem behandelndem Arzt abgesprochen werden.

Sport- und Bewegungstherapie wird als unterstützende Behandlung in Kliniken und Institutsambulanzen durchgeführt. Einige Studien belegen die positive Wirkung von Ausdauersportarten bei der Behandlung von Depressionen und der Verhütung weiterer Episoden.

Ergotherapie kann von Fachärzten auch im ambulanten Bereich als Heilmittel verordnet werden. Therapieinhalte können hier beispielsweise die Verbesserung der sozialen Kompetenz, der Konzentration, der Belastungsfähigkeit oder der Tagesstrukturierung sein. Da der Bereich Ergotherapie sehr weit gefächert ist, hat nicht jeder niedergelassene Ergotherapeut Erfahrungen mit depressiven Patienten.

Soziotherapie kann, ähnlich wie Ergotherapie, von bestimmten Fachärzten als Krankenkassenleistung verordnet werden.
Patientinnen und Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf sollen durch Soziotherapie in die Lage versetzt werden, ambulante ärztliche oder psychotherapeutische Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das Therapieangebot soll Krankenhausaufenthalte vermeiden.

Kreative Therapien (Kunst- und Musiktherapie) werden in Kliniken angeboten und gelten als besonders hilfreich bei Patienten mit Sprechhemmungen oder Schwierigkeiten beim Ausdruck von Gefühlen. Im ambulanten Bereich müssen diese Therapien in der Regel privat bezahlt werden.

Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga und Achtsamkeitsmeditationen werden in Kliniken und Institutsambulanzen angeboten, können jedoch auch bei Bildungswerken oder Volkshochschulen erlernt werden. Bei zertifizierten Kursen beteiligen sich die Krankenkassen häufig an den Kursgebühren.

Elektrokrampf- und Magnetkrampftherapie sind Behandlungsalternativen bei schweren und lebensbedrohlich verlaufenden Depressionen, die auf keine andere Behandlung ansprechen. Durch elektrischen Strom bzw. Magnetfelder wird unter Vollnarkose ein Krampfanfall ausgelöst. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer veränderten Ausschüttung der Neurotransmitter und Hormone. Diese Therapie wird vor allem in Universitätskliniken eingesetzt.

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