Klinikmodelle

Eine Überweisung in ein Krankenhaus bzw. in eine Klinik sollte in Erwägung gezogen werden, wenn

 

  • • die Lebensumstände des Betroffenen eine erfolgreiche Behandlung stark gefährden,
  • • die ambulante Behandlung über längeren Zeitraum keinen Erfolg hatte und die Gefahr besteht, dass die Depression chronisch wird,
  • • das Krankheitsbild so schwer und der Leidensdruck so groß ist, dass die Mittel der ambulanten Behandlung nicht ausreichen,
  • • Schutz und Überwachung bei Selbst- oder Fremdgefährdung notwendig wird (hier ist die Überweisung sogar zwingend erforderlich!).

Die Einweisung kann von jedem Arzt ausgestellt werden. Im Notfall kann man sogar ohne Einweisung die nächste psychiatrische Klinik aufsuchen.

 

Kliniken für Menschen mit Depressionen

In einer psychiatrischen Klinik oder in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses werden alle Arten von psychischen Erkrankungen behandelt. Die Schwerpunkte dieser Kliniken und Abteilungen liegen auf Diagnostik und medikamentöser Therapie, dort wird aber auch psychotherapeutisch gearbeitet. Darüber hinaus werden verschiedene Formen von ergänzenden Therapien, wie z. B. Bewegungs- und Ergotherapie angeboten.
In manchen Kliniken gibt es spezielle Depressionsfachstationen, welche eine optimale Behandlung anbieten, denn dort werden ausschließlich depressive Patienten mit einem speziell auf sie zugeschnittenen Therapiekonzept behandelt.
Man unterscheidet „offene“ und „geschlossene“ Stationen. Patienten von offenen Stationen können sich auf dem Krankenhausgelände frei bewegen und nach Absprache auch das Gelände verlassen. Auf geschlossenen Stationen werden Depressionspatienten nur behandelt, wenn sie akut suizidgefährdet sind und eine engmaschige Beobachtung benötigen. Sie dürfen die Station dann nur in Begleitung verlassen.
In einer psychosomatischen Klinik und auf psychosomatischen Stationen eines Krankenhauses liegt der Behandlungsschwerpunkt vornehmlich auf der Psychotherapie. Meistens wird nach einem tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Konzept gearbeitet. Die Wartezeit auf einen freien Platz kann dort mehrere Monate betragen.
Eine Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung, die häufig an eine psychiatrische oder psychosomatische Klinik angegliedert ist. Die Patienten nutzen tagsüber (meist von etwa 8–16 Uhr) ein intensives Behandlungsangebot, das sich nicht wesentlich von dem einer stationären Therapie unterscheidet, und kehren danach in ihre gewohnte Umgebung zurück. Die Therapie in einer Tagesklinik erfolgt oft im Anschluss an eine stationäre Therapie. Sie ist aber auch für Patienten geeignet, die sich nicht völlig aus ihrer familiären Umgebung herausziehen können (z. B. wegen Kinderbetreuung) und für Patienten, die alleine leben und es nicht schaffen, einen strukturierten Tagesablauf einzuhalten. Da bei einer tagesklinischen Behandlung auch das „normale“ Leben weitergeführt werden muss, ist diese Therapieform unter Umständen bedeutend anstrengen der als eine vollstationäre Therapie. Auch bei Tageskliniken gibt es häufig Wartelisten.
Die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) ist angegliedert an ein psychiatrisches Fachkrankenhaus oder an die psychiatrische Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses. Dort erfolgen die ambulante Behandlung von Notfällen (auch bei Nichterreichbarkeit niedergelassener Ärzte) und die Nachsorge von schwer und chronisch kranken Patienten. Das Angebot in den Institutsambulanzen umfasst neben der psychiatrischen Grundversorgung auch häufig Psychotherapie, Ergotherapie und spezielle Gruppentherapien.
Der Aufenthalt in einer psychosomatischen Rehaklinik dient vordringlich der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach längerer Erkrankung. Einige Kliniken verfügen sowohl über Reha- als auch über Akutbehandlungsplätze und bieten dann oft für beide Patientengruppen ein ähnliches Behandlungsangebot. In reinen Rehakliniken findet man sehr unterschiedliche Therapieangebote – manchmal liegt der Schwerpunkt weniger auf Psychotherapie, sondern mehr auf Entspannungsverfahren, Ergo- und Bewegungstherapie. Eine speziell auf Depressionen zugeschnittene Behandlung wird eher selten angeboten, daher sind Rehakliniken für Betroffene mit schweren Depressionen kaum geeignet. Bedingt durch das Antrags- und Genehmigungsverfahren dauert es meist einige Wochen oder Monate, bis die Aufnahme in der Rehaklinik erfolgen kann.

Für weitere Informationen zur stationären Behandlung der Depression empfiehlt sich die „Checkliste für Einrichtungen der Psychiatrie und Psychosomatik“ der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).