Es kann jede und jeden treffen.

Ca.

5,3 Mio.

Menschen in Deutschland leiden an einer Depression

Bis zu

16-20%

aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Depression

Fast jede

2te

Frühverrentung beruht inzwischen auf der Diagnose Depression

Sich einzugestehen, dass man psychisch erkrankt ist, ist ein großer und wichtiger Schritt. Es kann der erste Schritt zur Heilung sein.

 

Eine Diagnose wie „Depression“ zu bekommen, ist deshalb für Betroffene und ihre Angehörigen oft eine Erleichterung. Mit medizinischer und therapeutischer Unterstützung lernen sie, dass sie ihrer Krankheit nicht hilflos ausgeliefert sind. Selbsthilfe und Selbstfürsorge sind zentrale Bausteine in der Krankheitsbewältigung.

Depression erkennen

Wenn mehrere der folgenden Anzeichen länger als 14 Tage anhalten, sollten Sie ärztlichen oder psychotherapeutischen Rat suchen:

  • Gedrückte Stimmung
  • Interesse- und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel
  • Schnelle Erschöpfung
  • Konzentrationsmangel
  • Minderwertigkeits- und Schuldgefühle
  • Pessimistische Zukunftsgedanke
  • Appetitmangel oder gesteigerter Appetit
  • Einschlaf- und/oder Durchschlafprobleme
  • Suizidgedanken
Unser Depressions-Check gibt erste Anhaltspunkte.

Burnout ist weit verbreitet, aber keine Diagnose

„Burnout“ wird in unserer Leistungsgesellschaft gern als Synonym oder als Erklärung für eine Depression verwendet, weil damit Eigenschaften wie hoher Arbeitseinsatz und Leistungsfähigkeit assoziiert werden.

Mögliche Ursachen für eine Depression

Die Ursachen einer Depression sind mindestens so vielfältig wie ihre Erscheinungsformen und Ausprägungen. Belastende Lebensereignisse, wie

  • Trennung oder Tod von nahen Angehörigen und Freunden,
  • Arbeitslosigkeit,
  • hoher Leistungsdruck,
  • soziale Isolation,
  • chronische Krankheiten, wie Krebs, Schmerzerkrankungen, Demenz,
  • hormonelle Veränderungen im Wochenbett und in den Wechseljahren

können eine depressive Episode auslösen, jedoch reagieren nicht alle Menschen auf solche Ereignisse mit einer Depression. Das Erkrankungsrisiko hängt vor allem von biologischen Voraussetzungen (viele Fachleute gehen davon aus, dass es eine genetische Veranlagung zu Depressionen gibt) und der bisherigen sozialen Prägung ab.

Erscheinungsformen im Überblick

Die Krankheit verläuft generell in Phasen, die in Schweregrad und Dauer variieren können. Je nach Auftreten der Symptomatik unterscheidet man verschiedene Formen der Depression.

Rein depressive Störungen treten am häufigsten auf und werden unter dem Begriff der unipolaren Störungen zusammengefasst. Deren Symptome sind bereits oben beschrieben worden. Bei der bipolaren Störung wechseln depressive mit sogenannten manischen Phasen ab. Ein manischer Zustand äußert sich vor allem durch gehobene und überdrehte Stimmung, Selbstüberschätzung, gesteigerte Aktivität und vermindertes Schlafbedürfnis.

Diese Form der chronischen Depression ist durch weniger stark ausgeprägte Symptome gekennzeichnet, die dafür aber über Jahre andauern können. Die Betroffenen können ihren Alltag und die beruflichen Aufgaben meist nur noch mit großer Anstrengung bewältigen.

Bei dieser Depressionsform (lavieren = verstecken, verbergen) stehen Schmerzen und sonstige körperliche Symptome im Vordergrund und sie wird daher oft erst spät erkannt.

Wenn eine andere körperliche Erkrankung die Ursache der Depression ist, wie z. B. Schilddrüsen-, Nebennieren- oder Hirnerkrankungen, spricht man von einer organischen Depression.

Diese relativ weit verbreitete Depressionsform wird auch als Winterdepression bezeichnet, da sie normalerweise in den sonnenarmen Herbst- und Wintermonaten auftritt. Neben Symptomen der unipolaren Depression treten Heißhungeranfälle und starke Müdigkeit auf. Eine Lichttherapie mit speziellen Lampen oder regelmäßige Spaziergänge bei Tageslicht können hilfreich sein.

Depression behandeln

Es ist sehr wichtig, mit dem Arztbesuch nicht zu lange zu warten, denn je früher eine Depression erkannt und behandelt wird, desto glimpflicher verläuft sie in der Regel.

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Es geht den meisten so, dass sie sehr lange brauchen, bis sie einen Arzt aufsuchen. Man versucht sich bis zum bitteren Ende einzureden, dass man es alleine schafft, und dass ja alles »normal« ist. Gerade die Einstellung, funktionieren zu müssen, ist es, die viele Menschen krank werden lässt.

 

Ich selbst bin leider erst zum Arzt gegangen, nachdem ich einen Nervenzusammenbruch hatte und nichts mehr ging. Dabei habe ich schon viel früher gespürt, dass mir das Leben oft unerträglich war.

Forum der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, zitiert nach Müller-Rörich, Th., Hass, K., Margue, F., van den Broek, A., Wagner, R. (2013): „Schattendasein“ – Das unverstandene Leiden Depression, 2. Auflage, Springer Medizin Verlag Heidelberg

Welche Therapieform passt zu mir?

Für jede Therapie gilt: Der Betroffene muss bereit sein, sich zu öffnen und selbst zu reflektieren. Eine Psychotherapie kostet Kraft, die es jedoch lohnt, zu investieren.

 

Eine erste Anlaufstelle, mit meist nur kurzer Wartezeit auf einen Termin, ist der Hausarzt.
Viele Hausärzte kennen sich gut mit der Behandlung von Depressionen aus, andere überweisen direkt weiter zum Facharzt.

Wie finde ich den richtigen Therapeuten?

Eine Auflistung aller Psychotherapeuten mit einer Kassenzulassung findet man z. B. online bei den jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen unter www.kbv.de/html/arztsuche.php.

 

Auch die Krankenkassen versenden in vielen Fällen auf Anfrage die entsprechenden Listen. In einigen Regionen gibt es zentrale Informationsbörsen für Psychotherapie, die auch freie Therapieplätze vermitteln.

Welche Fachärzte gibt es?

Folgende Fachärzte können bei Depressionen weiterhelfen:


Der Psychiater / Facharzt für Psychiatrie behandelt seelische Erkrankungen, also beispielsweise Depressionen. Er verschreibt bei Bedarf Medikamente und klärt den Patienten über die Erkrankung auf, bietet aber in der Regel nur kurze therapeutische Gespräche und keine Psychotherapie.
Der Neurologe / Facharzt für Neurologie behandelt Erkrankungen des Nervensystems, also beispielsweise Migräne oder Epilepsie. Die Übergänge zur Psychiatrie sind jedoch fließend.
Der Nervenarzt / Facharzt für Nervenheilkunde verfügt über eine verkürzte Ausbildung in Neurologie und Psychiatrie.
Der Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie bzw. Facharzt für psychotherapeutische Medizin behandelt Patienten, deren körperliche Erkrankungen seelische Ursachen haben oder bei denen körperlich-seelische Wechselwirkungen vorliegen. Er bietet in der Regel auch Psycho therapie an.

Medikamentöse Behandlung

Bei leichteren Depressionen kann oft auf eine Pharmakotherapie verzichtet werden, bei mittelschweren kommt es auf den Einzelfall an, bei schweren Depressionen hingegen sind Medikamente wie Antidepressiva meist unverzichtbar.


Stationäre Behandlung

Der Entschluss zu einem psychiatrischen Klinikaufenthalt ist für die meisten an Depressionen Erkrankten sehr schwer und oftmals wird er zu lange hinausgezögert oder erst gar nicht in Erwägung gezogen.

Dabei ist ein Klinikaufenthalt manchmal die beste Entscheidung und bedeutet einen hilfreichen Wendepunkt im eigenen Umgang mit der Erkrankung.


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Mein Aufenthalt in der Psychiatrie war eine super Erfahrung für mich. Es ist ja überhaupt nicht so, dass man sich gegenseitig runterzieht, ich habe im Gegenteil erfahren, wie freundlich und helfend alle miteinander umgingen.

Der Tag dort hatte eine feste Struktur, man ging zu Therapien aller Art: Malen, Schwimmen, Musik, Gespräch, Holzarbeiten, Töpfern etc.

Mal ganz weg zu sein von allem, befreit von allen Pflichten, mit sich allein und gut versorgt, das kann unheimlich guttun!

Quelle zum Zitat

Selbstfürsorge

Selbsthilfe und Selbstfürsorge sind zentrale Bausteine in der Krankheitsbewältigung. So sind Veränderungen der inneren Haltung und das Beachten körperlicher Grundbedürfnisse meist unabdingbar, um eine Depression überwinden zu können.

Informationsmaterialien


In der Infothek finden Sie neben Broschüren und Leitfäden der Deutschen DepressionsLiga e.V. auch eine Wissensdatenbank, die Kliniksuche, Literatur- und Podcastempfehlungen sowie viele weitere Informationen und Hilfestellungen für Betroffene.




Führungskräfte, Personalverantwortliche und Betriebsräte haben täglich die Aufgabe, einen guten und gesunden Umgang mit den Mitarbeitern ihres Unternehmens zu pflegen. Wir unterstützen Sie gerne bei allen Fragen rund um Präventation und Umgang mit betroffenen Mitarbeitern.