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Bücher & Literatur über Depressionen

Über die Krankheit Depression gibt es viel zu erzählen. Hier haben wir eine Sammlung spannender Bücher zu Depressionen zusammengestellt: Ratgeber & Fachbücher zu Depression, Erfahrungsberichte zu Depression und Bücher für Kinder & Angehörige von Menschen mit Depression.

Ratgeber und Fachbücher

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Irre schön - Wissenschaft trifft Poesie

Stef & Bonny Lycen (Hg.), Rezension von Christina Brekau

Als mir dieses Buch zur Rezension vorgelegt wurde, dachte ich: “Ach, das geht fix, nur 300 Seiten, das ist schnell erledigt.“ Weit gefehlt. Ich brauchte tatsächlich mehr als die übliche Zeit, um das Buch durchzulesen und aufzunehmen. Die einzelnen Kapitel setzen sich zunächst aus einem Poetry-Slambeitrag und zum anderen mit einer kurzen fachlichen Stellungnahme zum Erkrankungs- oder Störungsbild zusammen. 

Gleichzeitig sind viele Themen auch noch durch Links oder QR-Codes ergänzt, die das jeweilige Thema jeweils rund gestalten. 

Man konsumiert das nicht einfach so weg. Und das ist gut und richtig so. 

So wie ich, werden viele Betroffene Literatur über Depressionen etc., Lösungswege, Romane hinsichtlich der Fragenstellung im Regal stehen haben, so nun auch dieses und ich bin fast geneigt zu sagen: Mehr als dieses braucht man nicht, um sich mit den Themen im Einstieg zu beschäftigen. 

Der Poetry-Slam, der für mich durchaus in der Liga von Poesie und wahrer Lyrik spielt, schafft ein Gefühl für die Befindlichkeiten, die Auswirkungen und die Nöte… manchmal tieftraurig und manchmal auch komisch und erleichternd. Gepaart mit dem Sachtext und der weiterführenden elektronischen Ergänzung ist das Bild fabelhaft, und wer dann noch mehr wissen will, kann sich dann gern weiter informieren. So vielseitig wie psychische Störungen und Erkrankungen sind, ist auch der Inhalt dieses Buches. Dazu wird ebenfalls ein sehr großer Wert auf Lösungswege und Ideen gelenkt, werden Themen für Co-Betroffene, Angehörige aufgegriffen und nicht zuletzt in oft sehr launiger Form über gewisse Moden der Selbstoptimierung geschrieben. 

Dieses Buch ist ein wunderbares Beispiel, dass viele Köche eben nicht den Brei verderben. Die Heterogenität der Mitwirkenden tut diesem Buch und den Lesenden gut. Zuletzt: dieses Buch informiert, aber zieht auch Betroffene und ehemals Betroffene nicht in den Keller… immer wieder blitzt die Hoffnung und der Humor auf, den wir als Erkrankte so dringend brauchen – dies, ohne beliebig zu sein oder die Ernsthaftigkeit der Thematik aus dem Auge zu verlieren“. 

Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch auf Reisen geht. Veranstaltungen wie Lesungen und Diskussionen rund um das Buch könnte ich mir sehr gut vorstellen. 

Buchtitel Die Klügere gibt ab

Die Klügere gibt ab - Verantwortung teilen, Erschöpfung vermeiden

Michèle Liussi und Katharina Spangler

Das im März 2022 erschienene Buch „Die Klügere gibt ab – Verantwortung teilen, Erschöpfung vermeiden“ richtet sich ganz liebevoll an alle Mütter, die sich besonders im ersten Jahr ihrer neu gewonnen Rolle überlastet, erschöpft und auch psychisch krank fühlen. Die Autorinnen sind Michèle Liussi (Psychologin bei den Frühen Hilfen mit Fokus auf Wochenbettdepression) und Katharina Spangler (Genesene einer Wochenbettdepression nach ihrem zweiten Kind).

Beide Autorinnen richten sich in sehr einfühlsamer und verständnisvoller Weise an die Leserschaft und vermitteln gut machbare Alltags-Tipps zur Selbsthilfe. Zu Beginn des Buches darf man sich aus einer prall gefüllten Werkzeugkiste bedienen, um Selbstfürsorge zu betreiben. Hier wird auf Themen wie Stressmanagement, gesunder Körper, entspannter Geist, und innere Haltung eingegangen, die den Grundstein legen, um sich schließlich in den letzten Kapiteln das soziale Netzwerk und Dorf zu bauen, dass entlasten darf und die Verantwortung aufteilen hilft. Denn die empathische Auffassung der Autorinnen ist es, dass die Verantwortung für ein gesundes Aufwachsen der nächsten Generation alle betrifft, nicht nur Mama und Papa.

Das Buch ist in viele nützliche Kapitel unterteilt, an denen man sich entweder von vorn nach hinten langhangeln kann oder auch kreuz und quer die für sich nützlichen Themen herauspickt.

Zudem gibt es eine begleitende Website: www.mamafuersorge.com, auf der weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe zu finden sind. Wir freuen uns, dass dieses Buch erschienen ist und einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, Mütter vor einer postnatalen Depression zu bewahren oder ihnen hindurch zu helfen.

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In der Achterbahn janz vorne - Wie die REICH Methode mein Leben auf den Kopf gestellt hat

Daniel Bergert

Daniel Bergert nimmt uns mit auf die Achterbahnfahrt seines Lebens, mit all den Höhen und Tiefen, die es mit sich bringt.

Er lässt seine Leserinnen und Leser an seiner Lebensgeschichte teilhaben und beschreibt, wie er einen Weg gefunden hat, mit Angst, Depressionen und Panikattacken umzugehen. Es ist eine Geschichte, geprägt von Unsicherheiten, die die verschiedenen Etappen seines Lebens und die Warnsignale seines Körpers beschreibt, die ihn vor einer psychischen Erkrankung bewahren wollten.

Daniel Bergert gibt außerdem einen spannenden Einblick in eine bekannte Coaching-Methode und teilt seine positiven Erfahrungen, die er damit gemacht hat. Er schafft es den Leser mitzureißen und möchte damit andere Menschen ermutigen, ihr Leben selbst zu gestalten und ihre individuelle Achterbahnfahrt zu starten. Buy a ticket. Dream big. Never return. Ein Motto, das er sich zu eigen gemacht hat und seinen Leserinnen und Lesern mit auf den Weg gibt.

Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie bei Depressionen und Ängsten – MBCT in der Praxis

Ulrike Juchmann

MBCT ist ein 8-wöchiges Achtsamkeitstraining, das entwickelt wurde, um depressiven und angstbesetzten Menschen zu helfen, mit grüblerischen Gedanken und schwierigen Stimmungen besser umzugehen. Neben der Schulung der Achtsamkeit enthält MBCT psycho-edukative und kognitive Elemente aus der Verhaltenstherapie. Diese beziehen sich insbesondere auf den Umgang mit selbstschwächenden Gedanken. Die Betroffenen gewinnen so mehr Abstand zu den eigenen Gedanken und Gefühlen.

Ulrike Juchmann ist MBCT-Trainerin und gibt einen umfassenden Einblick in die Entwicklung und Anwendung des Trainings. Sie beschreibt die Kursstruktur und Wirkweise von MBCT mit vielen Praxisbeispielen, erläutert die zentrale Bedeutung der Körperachtsamkeit innerhalb des Trainings und betont die Bedeutung des regelmäßigen Übens. Zu diesem Zweck gibt es illustrierte Übungen sowie Audio-Übungen der Autorin zum Download. Erschienen im Beltz-Verlag 2020.

Wahnsinnig nah – Ein Buch für Familien und Freunde psychisch erkrankter Menschen

Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK e. V.)

Wer zum ersten Mal als Angehörige oder Freund mit einer psychischen Erkrankung konfrontiert ist, hat viele Fragen: Wie konnte es dazu kommen? Hätte ich mich mehr kümmern müssen? Was sagen die Freunde, was der Arbeitgeber? Muss ich jetzt die ganze Verantwortung übernehmen und wie lange soll das gehen? Wer unterstützt mich und wo finde ich verlässliche Informationen?

Der Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen (BApK e. V.) ist der Herausgeber eines neuen Ratgebers für Familien und Freunde, die einen Menschen mit einer psychischen Erkrankung begleiten. In dem im Mai 2021 erschienenen Buch erzählen Mütter und Väter, Töchter und Söhne, Partnerinnen und Partner, Freundinnen und Freunde davon, wie es gelingen kann, gemeinsam den oftmals schwierigen Alltag zu bewältigen. „Manchmal hätte ich meine Freundin am liebsten geschüttelt und angeschrien, ihr gesagt, dass sie sich mal zusammenreißen soll, es anderen viel schlimmer geht!“, beschreibt eine Autorin stellvertretend für viele andere ihre Gefühle.

Neben den persönlichen Erfahrungsberichten bietet das Buch Informationen zu Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten, die eine erste Orientierung im Hinblick auf die Vielzahl psychosozialer, psychotherapeutischer und medizinischer Hilfeangebote geben. Tipps zu einer rücksichtsvollen Kommunikation und selbstverantwortlichen Achtsamkeit helfen, mit den Betroffenen in Kontakt zu bleiben und dabei die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren.

Depressionen verstehen – mit Depressionen leben

Dr. Valerija Sipos, Dr. Ulrich Schweiger

Dr. Valerija Sipos (Leitende Psychologin in der Erwachsenenpsychiatrie) und Dr. Ulrich Schweiger (Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin) stellen in ihrem Buch das vielfältige Spektrum der Erscheinungsbilder vor, in denen sich Depressionen äußern können. Daneben werden wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden dargestellt sowie Hilfestellungen für Notfallsituationen gegeben. Der Ratgeber soll Menschen helfen zu erkennen, ob sie an einer Depression erkrankt sind und welche Therapiemöglichkeiten für sie hilfreich sein könnten.
Mit seiner leicht verständlichen Sprache und der Verwendung konkreter Fallbeispiele richtet er sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige und Freunde und ist auch für Laien gut lesbar.

Eine Rezension unseres ehemaligen Vorstandsmitglieds Mari Böhrk-Martin lesen Sie hier.

Schattendasein – Das unverstandene Leiden Depression

Thomas Müller-Rörich, Kirsten Hass, Françoise Margue, Annekäthi van den Broek, Rita Wagner

Anders als bei anderen Krankheiten haben die Betroffenen häufig das Gefühl, über ihre Erkrankung nicht sprechen zu können, über der Depression liegt ein Schleier. Unterstützung und Austausch finden die Betroffenen jedoch seit einigen Jahren u. a. im Internetforum des „Kompetenznetz Depression, Suizidalität“. Vier Betroffene und eine Angehörige haben sich nun daran gemacht, Postings dieses Forums zu sichten, zu kommentieren und zu einem Ratgeber zu verdichten. Fachlich betreut wurde das Projekt von Ärzten des Kompetenznetzes Depression.

„Schattendasein“ ist ein ungewöhnliches Buch, dem es hervorragend gelungen ist, eine Brücke zwischen individueller Innenansicht der Depression und fachlicher Reflexion zu schlagen. Orientiert an den alltäglichen Situationen, Fragen und Problemen, die das Leben mit der Krankheit mit sich bringt, ist ein praxisnaher Ratgeber entstanden. (Prof. Wolfgang Gäbel, in: Ärzteblatt, Ausgabe 04/2009)

Depressionen überwinden: Niemals aufgeben!

Günter Niklewski, Rose Riecke-Niklewski

Ein Ratgeber für Menschen, denen gute Ratschläge allein nicht helfen. In speziellen Kapiteln wird in diesem Buch auf die besonderen Aspekte der Depressionsbehandlung bei Frauen, im Kindes- und Jugendalter sowie bei älteren Menschen eingegangen. Das Buch zeigt zudem anhand von Fallbeispielen, wie die Erkrankung erlebt und überwunden werden kann.

Ein empfehlenswerter Ratgeber, der im August 2012 in der 6. überarbeiteten Auflage erschienen ist.

Das Depressions-Buch für Pflege- und Gesundheitsberufe – Menschen mit Depressionen gekonnt pflegen und behandeln

Thomas Hax-Schoppenhorst, Stefan Jünger (Hrsg.)

Das Buch richtet sich vornehmlich an Menschen, welche im Gesundheitsbereich tätig sind. Darüber hinaus bietet es dem interessierten Laien, insbesondere Menschen, welche selbst an Depressionen erkrankt sind, sowie deren Angehörigen, sehr viele nützliche Informationen. Das gut recherchierte und alle Bandbreiten der Thematik Depression abdeckende Werk können wir von der DDL absolut empfehlen.

Der achtsame Weg durch die Depression

Mark Williams, John Teasdale, Zindel V. Segal, Jon Kabat-Zinn

In diesem Grundlagenwerk entfalten drei der führenden Vertreter der Kognitiven Psychotherapie gemeinsam mit Jon Kabat-Zinn die theoretischen Grundlagen der Achtsamkeitspraxis – am Beispiel der Begleitung von Menschen, die an Depression erkrankt sind. Zwei Audio-CDs zur Begleitung der täglichen Praxis runden das praxisorientierte Angebot des Buches ab.

Endlich frei: Schritte aus der Depression

Josef Giger-Bütler

Josef Giger-Bütler stellt in diesem einfühlsam und verständnisvoll geschriebenen Buch dar, wie sich aus der Entstehung der Depression und ihrer Entwicklung zur depressiven Lebensstrategie nachvollziehbare Schritte für den Ausstieg aus der Depression ableiten lassen. Er schildert das Erleben depressiver Menschen und geht besonders auf die Phänomene der Selbst-Überforderung und des Sich-Gezwungen-Fühlens ein.

Episodische Depressionen erfolgreich und effektiv behandeln –  Die Praxis

Dr. med. Dr. rer. nat. Ulrich Leutgeb

Der Autor, Psychiater mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung, beschreibt in diesem Buch in anschaulicher Weise das Wesen der Depression, erklärt den wissenschaftlichen Stand der Behandlung und geht auch auf gängige Vorurteile ein. Er beantwortet zahleiche Fragen, die depressiv Erkrankte sich stellen und vermittelt gut gegliedertes Basiswissen für jeden, der vertiefte Kenntnisse über das Thema Depression gewinnen möchte, sei es als selbst Betroffener oder als Angehöriger. In den Augen der DDL ein empfehlenswertes Buch!

So nah und doch so fern – Mit depressiv erkrankten Menschen leben

Jeannette Bischkopf

Angehörige von depressiv erkrankten Menschen haben im Zusammenhang mit dieser Krankheit viele Fragen. Dieser Ratgeber macht Mut, gibt Antworten und bietet konkrete Bewältigungsstrategien und -methoden an. Eine sinnvolle Unterstützung für alle Angehörigen!

Lass mich – mir fehlt nichts! Ins Gespräch kommen mit psychisch Kranken

Xavier Amador

Wie spricht man mit Menschen, die glauben, psychisch gesund zu sein, obwohl alle anderen vom Gegenteil überzeugt sind? Mit diesem Buch können Angehörige lernen, häufig gemachte Fehler zu vermeiden und die Basis dafür aufzubauen, den Kranken von der Notwendigkeit einer Behandlung zu überzeugen. Das Buch gibt aber auch Erklärungen dafür, woher Behandlungsverweigerung überhaupt kommt.
Mit Hilfe dieses Buches lässt sich die Kommunikation spürbar verbessern und ein Miteinander finden, das allen guttut.

Umgang mit suizidgefährdeten Menschen

Michael Eink, Horst Haltenhof

Für Menschen, die mit suizidalen Patienten zu tun haben, empfehlen Fachleute dieses Buch, da es kompetent und doch sehr empathisch beschreibt, worauf es bei dieser Problematik ankommt.

Depressionen bewältigen

Ulrich Hegerl, Svenja Niescken

Das Buch erläutert verständlich alle seelischen und körperlichen Aspekte der Erkrankung Depression.

Sehr viele Betroffene versäumen es jedoch, die Behandlungsmöglichkeiten konsequent für sich zu nutzen. Die Autoren bieten zahlreiche Informationen genau zu den Themen, die von Betroffenen und Angehörigen am dringlichsten nachgefragt werden: Welches Medikament ist das richtige für mich? Welche Psychotherapieform ist für mich geeignet?

Experte in eigener Sache zu sein ist gerade bei Depressionen wichtig. Im ausführlichen Selbsthilfe-Teil findet man viele Anregungen und Tipps, wie man Rückfälle dauerhaft vermeiden kann. Auch Angehörige erfahren, was sie zur Heilung beitragen können.

Erfahrungsberichte

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Depressive liebt man nicht

Alois Speckbauer

Eine Dokumentation von Gefühlen und Gedankengängen aus der Sicht eines Depressiven, einhergehend mit der immerzu latent existierenden Gefahr der psychischen Überforderung der Partnerin.
Der Depressive redet nicht gerne über sich und seine Erkrankung. Er schämt sich wegen seiner Antriebslosigkeit, hat Angst, dass man ihm nicht glaubt. Andererseits sehnt er sich Tag und Nacht nach Zuneigung, Austausch von Zärtlichkeiten und Zeichen von Liebe. Seine Sehnsucht erfüllt sich jedoch nicht. Mit der Zeit zieht er sich immer mehr in sein Schneckenhaus zurück, zerfließt in Selbstmitleid und leidet still.

 

Zur Rezension von DDL-Mitglied Mechthild Strahler

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Warum weinst du denn? Du hast doch alles! - Geschichte meiner Depression

Alexandra Dankheim

Alexandra ist 19, als ein Schicksalsschlag ihr Leben verändert. Depressionen legen sich wie ein dunkler Schatten über ihren Alltag, es folgt eine Odyssee durch Ärzte und Institutionen, bis sie die richtige Diagnose erhält. Ihre Ehe zerbricht, sie muss sich vielen Herausforderungen stellen. Alleinerziehend ringt sie um ihre Unabhängigkeit, wird aber von der Krankheit immer wieder heimgesucht. Sie begibt sich auf die Suche nach den Ursachen, unternimmt mehrere Therapieanläufe und kämpft tapfer gegen das Stigma an, das die Krankheit begleitet. Ihre Lebensgeschichte bleibt gezeichnet vom dramatischen Auf und Ab der Krankheit und ist zugleich ein Zeugnis der Lebensfreude und Hoffnung angesichts einer Krankheit, von der in Deutschland mehr als 5 Millionen Menschen betroffen sind und über die nach wie vor viel zu wenig gesprochen wird.

Zur Rezension von DDL-Mitglied Mechthild Strahler

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Eine Handvoll Morgen

Regina Egger

Eine Reise quer durch Deutschland, im „ vermutlich einfachsten Campingwagen in Deutschland“. Ganz spontan. Klingt fast romantisch. Doch die Vorzeichen sind eher ungünstig. Sich um Familie, Beruf und ihr Umfeld zu kümmern hat Regina Egger viel Freude bereitet. Doch es ist anstrengend. Als ihr dann im Job aggressives Mobbing widerfährt, machen Körper und Geist zu: Sie findet sich in tintenschwarzer Depression wider, kann kaum aufstehen, glaubt nicht an eine Zukunft. Als die schlimmste Phase vorbei ist, schwört sie sich: „Nie wieder. Ich lebe nur einmal, ich werde an meiner Gesundheit arbeiten.“

Und so beginnt die Entdeckung Deutschlands im Jahr 2020, nach dem ersten Coronalockdown. Die Kamera klickt und klickt. Da ist die Liebe zur Natur und Respekt vor dem Gedeihen unserer Nahrung in der Kulturlandschaft. Die Empathie für die Menschen, die der Autorin ihre Geschichten erzählen, ist zu spüren. Klare Kante gegen Faschismus wird als bedeutsam erfahren. Und natürlich die Depression, ein ungebetener Gast, der mitreist, der aber nicht das letzte Wort haben soll.

Ein Mutmacher für alle Menschen mit Depression und
auch für Angehörige in interessanter Einblick.

 

Zur Rezension von DDL-Mitglied Marie Schupet

Die Vögel singen auch bei Regen

Kea von Garnier

Bereits mit zwölf Jahren begibt sich Kea von Garnier das erste Mal in Therapie. Sie leidet unter Depression und Angststörungen. In „Die Vögel singen auch bei Regen“ beschreibt sie, wie sie lernt mit ihnen zu leben und wie sie als junger Mensch ihren Weg mit ihrer Diagnose findet. Dabei nimmt von Garnier die Leser*innen mit, sowohl auf die Suche nach der richtigen Diagnose als auch zu den verschiedenen Therapieansätzen, die ihr geholfen haben. Mit ihrem Buch macht sie vielen Menschen Mut und zeigt, dass es sich lohnt, durchzuhalten.

Lesen Sie hier die Rezension des DDL-Mitglieds Uwe Kretschmer!

Wenn Liebe nicht reicht - Wie die Depression mir den Vater stahl

Nova Meierhenrich

Nova Meierhenrich beschreibt ihre Erfahrung als Tochter und indirekt auch die ihrer Mutter mit der depressiven Erkrankung und dem Suizid ihres Vaters. Deutlich werden Gefühle wie Hilflosigkeit, Schuldgefühle und große Verunsicherung, aber auch die Gefahr der Co-Problematik, d. h. als Angehörige selbst in den Strudel der Erkrankung zu kommen. Insgesamt wird klar, dass Depressionen (fast) immer auch das gesamte Familiensystem betreffen, wobei die jeweilige Reaktion und der Umgang mit dieser Erfahrung jeweils individuell verschieden ausfällt.

Neben der eigenen Schilderung enthält das Buch auch Passagen des Arztes Dr. Mazda Adli, Privatdozent, Psychiater der Fliedner Klinik Berlin und Depressionsforscher an der Berliner Charité, der Informationen zu Depressionen auf medizinisch-fachlicher Sicht beisteuert.

Seelenfinsternis – Die Depression eines Psychiaters

Piet Kuiper

In diesem Buch schildert der niederländische Psychiater Piet C. Kuiper auf beklemmende Weise seine schwere Depression, die ihn in eine tiefe Lebenskrise stürzte und seine Einweisung in eine Klinik notwendig machte. All sein professionelles Wissen über seelische Störungen versagte vor seiner eigenen Erkrankung.

Dass ein Psychiater seine Depression aus fachlicher und betroffener Sicht in einem Buch vereinen kann, ist eine Seltenheit, aber genau das, was Not tut. Die Erkenntnis des Autors, dass er als behandelnder Psychiater nicht annähernd begriff, was eine Depression überhaupt ist und dies erst durch die eigene Erkrankung erkannte, spiegelt wider, wie unverstanden diese Krankheit ist. Das Buch ist schon etwas älter und schildert den Stand der Psychiatrie in den Niederlanden vor etwa 20 Jahren.

Saturns Schatten: Die dunklen Welten der Depression

Andrew Salomon

Andrew Solomon ist depressiv und muss täglich zwölf verschiedene Tabletten schlucken. Er hat schwere Zusammenbrüche hinter sich, ist aber so weit stabilisiert, dass er wieder schreiben kann.

Ergebnis seiner jahrelangen Recherche und Beschäftigung mit dem Phänomen Depression, ist dieses Werk: ein ungewöhnliches Buch, in dem er sowohl eine Reise in die eigene Innenwelt unternimmt als auch die psychologischen, medizinischen, gesellschaftlichen, historischen und anthropologischen Fassetten dieser Krankheit auf sehr intelligente Weise betrachtet.

Mein schwarzer Hund: Wie ich meine Depression an die Leine legte

Matthew Johnstone

In einer sehr anschaulichen Bildergeschichte erzählt der Autor davon, wie die Depression ihn fast umgebracht hätte und wie er es schließlich schaffte, sich Schritt für Schritt wieder von ihr zu befreien.

Mit dem schwarzen Hund findet Matthew Johnstone für den schwer fassbaren Zustand der Depression einfache, zwingende Bilder, die Betroffenen, deren Angehörigen und Freunden helfen können: Sich nicht allein damit zu fühlen, sich mitteilen zu können, Verständnis zu entwickeln, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen und nie die Hoffnung zu verlieren.

Mit dem schwarzen Hund leben: Wie Angehörige und Freunde depressiven Menschen helfen können, ohne sich dabei selbst zu verlieren

Matthew und Ainsley Johnstone

Dieses Buch hält eine Fülle praktischer Ratschläge bereit darüber, wie man eine Depression frühzeitig erkennt, was man dagegen tun kann und was man lieber bleiben lässt, vor allem aber auch darüber, wie Angehörige helfen können, ohne dabei selbst krank zu werden.

Die Autoren haben eindringliche, berührende und oft humorvolle Bilder für das Leben mit der Depression gefunden und treffen mit ihrem Stil einen Ton, der Betroffene und ihre Angehörigen aus ihrer Isolation und Hilflosigkeit befreit, Trost spendet, Mut macht und Hoffnung verleiht.

Die gezähmte Depression

Holger Reiners

18 Jahre litt Holger Reiners unter schweren Depressionen. Heute betrachtet er sich als geheilt. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Krankheitserleben und das eigene erfahrene Leid weiß er, dass es neben dem Schrecken der Depression, der Bedrückung und dem Schmerz auch irgendwann wieder ein Leben voller Glück und Zuversicht geben kann.

Was aus der Depression hilft

Holger Reiners

Holger Reiners litt viele Jahre selbst unter schwersten Depressionen. Er zeigt in diesem Buch auf, wie der Weg aus der Depression heraus gelingen kann. Im Akutfall ist ein Arzt und/oder Therapeut gefragt, der den Depressiven in die Selbstverantwortung begleitet und mit der schweren Erkrankung vorurteilsfrei umgeht. Daneben ist Eigeninitiative des Patienten unverzichtbar. Wie diese aussehen kann, zeigt Holger Reiners hier überzeugend anhand seiner eigenen Erfahrung.

Mittendrin und nicht dabei – Mit Depressionen leben lernen

Ruedi Josuran, Verena Hoehne, Daniel Hell

Ruedi Josuran und Verena Hoehne arbeiten beide sehr erfolgreich in der Medienwelt und leiden beide unter Depressionen. Mit einem TV-Auftritt, in dem er sich zu seiner Krankheit bekennt, löst der Radiomoderator eine große Welle der Sympathie in der Öffentlichkeit und ein Aufatmen bei vielen Leidensgenossen aus.

Das Buch zeichnet auf sehr packende Art und Weise die Geschichte der beiden Journalisten nach und wird durch fachlich kompetente Kommentare und Ergänzungen des Psychiaters Prof. Dr. Daniel Hell ergänzt.

Bücher für Kinder & Angehörige

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Mein Elefant ist traurig – Ein bestärkendes Buch für weniger gute Tage

Melinda Szymanik mit Illustrationen von Vasanti Unka

»Als ich eines Morgens aufwachte, saß ein blauer Elefant auf meiner Brust.«

Manchmal gibt es Tage, an denen alles schwer ist. Dann fühlt es sich so an, als würde einem ein Elefant auf der Brust sitzen. Dieser Elefant heißt Blau. Und klar, wie soll man sprechen oder sich bewegen, wenn Blau, der traurige Elefant, einem die Luft zum Atmen nimmt?

Eine kluge Geschichte voller Herz und Humor. Einfühlsam und anschaulich umgesetzt, bietet dieses Bilderbuch gute Gesprächsanlässe, um Kindern Emotionen wie Traurigkeit oder Angst zu erklären und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Ein Schlüssel für Mama

Claudia Gliemann

Autorin und Verlegerin Claudia Gliemann, die seit Jahren mit dem DDL-Projekt „Papas Seele hat Schnupfen“ durchs Land auf Lesereise tourt, hat ein neues Buch geschrieben: „Ein Schlüssel für Mama“. Darin werden die Folgen der Corona-Pandemie auf die Psyche insbesondere für Künstler*innen thematisiert. In „Ein Schlüssel für Mama“ erzählt das Mädchen Frieda von ihrer Mutter und berichtet: „Meine Mama ist Musikerin. Sie war immer ganz viel unterwegs. Bis Corona kam. Jetzt macht sie keine Musik mehr. Jetzt ist sie traurig.“

Papas Seele hat Schnupfen Cover

Papas Seele hat Schnupfen

Claudia Gliemann & Nadia Faichney

In „Papas Seele hat Schnupfen“ treffen wir auf das Kind Nele. Neles Zuhause ist der Zirkus. Ihre Familie zählt schon seit Generationen zu den besten Seilartisten der Welt. Doch eines Tages wird Neles Papa krank. Seine Seele bekommt Schnupfen. Und das in einer Welt, in der alles bunt und fröhlich ist und man eigentlich glücklich sein könnte. Jemand, der stark sein sollte, wird schwach. Und dann?

Die sehr einfühlsam erzählte Geschichte wird von Nadia Faichney mit wunderschönen Bildern illustriert. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e. V.  im März 2015 „Buch des Monats“, im Oktober 2015 gewann „Papas Seele hat Schnupfen“ beim „The Beauty and the Book Award“ den Publikumspreis für das schönste Buch. Ausrichter des Preises sind die Stiftung Buchkunst und die Frankfurter Buchmesse.

„… Claudia Gliemann ist es in einer eindrucksvollen Weise gelungen, das Thema Depression innerhalb der Familie in die traumhafte Welt des Zirkus zu spiegeln und Kindern damit zu helfen, diese Krankheit zu verstehen.“

Die Wunschperle – Vom Einfluss seelischer Erkrankungen auf Geschwisterkinder

Patrick Wirbeleit, Uwe Heidschötter

Wenn ein Kind psychisch erkrankt, leidet die ganze Familie mit. Auch die Geschwisterkinder müssen stark sein und viel Verständnis zeigen. Doch das wird manchmal leider übersehen.

Der Kindercomic „Die Wunschperle“ erzählt die Geschichte der kleinen Meeresschildkröte Anton und seiner beiden Geschwister Oskar und Nala:

Anton hat einfach keine Lust. Zu gar nichts. Während seine beiden älteren Geschwister unbesorgt herumtollen und das Leben genießen, sitzt er lieber für sich allein auf seinem Stein. Weder eine Fahrt auf dem Tentakel-Karussell noch sein Lieblingsgericht, ein großer Teller voller Algen-Lasagne, können ihn aufheitern. Irgendwann fällt auch seinen Eltern und Freunden auf, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Doktor Schlicht, der kluge Delphin, rät zu einem Besuch in der Wellenklinik. Hier lernt Anton jede Menge neue Freunde kennen, die genauso „komisch“ sind wie er selbst: den immer hungrigen Tom, den zappeligen Zack, den stotternden Splutter oder den sehr, sehr, sehr ängstlichen Orka Beißer. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Wunschperle und entdecken, dass man gemeinsam fast alles erreichen kann – auch ohne Superkräfte …

Das Buch ist sehr liebevoll gemacht und spannend zu lesen. Es schildert nahezu alle Situationen, in die ein psychisch erkranktes Kind und seine Angehörigen geraten können.

Zusammen mit dem Begleitbuch ist es eine sehr gelungene Sache, sowohl für Kinder als auch für Eltern, Angehörige, Freunde, Lehrer und Fachleute.

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