Beschreibung des Autors:
Benjamin Maack erzählt in Bewerbungen um einen Job als Mensch von seinem Alltag mit Depressionen, davon, wie verwirrend und schwer es ist, mit der Krankheit zu leben und zu lieben, die Kinder, seine Freundin, sich selbst. Und wie es trotzdem immer wieder gelingt. Ein entwaffnend ehrliches und direktes und manchmal auch lustiges Depressionstagebuch.
Rezension von DDL-Mitglied Mechthild Strahler
Benjamin Maacks neues Buch ist ein ehrliches, berührendes und zugleich humorvolles Depressionstagebuch. Mit einer Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe beschreibt er seinen Alltag – voller Höhen und Tiefen. Der Januar hat bei ihm besonders viele Tage. Es sind siebenundachtzig Tage, die sich sowohl positiv als auch negativ gestalten oder wo er jeden Tag anderes reflektiert. Es ist manchmal auch eine Reise in seine Vergangenheit dabei.
Maacks Gedanken sind dabei besonders einprägsam und immer mit einer Spur Humor: So erklärt er etwa, was eine Gartentherapeutin ist – nicht jemand, der Gärten heilt, sondern Menschen, die durch gemeinsame Arbeit im Garten Heilung finden. Oder er reflektiert über die seltsame Wendung, dass man mit jemandem „rechnet“, obwohl die Person keine mehr ist, sondern die Maschine, auf der gerechnet wird. Und dann dieser prägende Satz: „Wenn du keine Erfahrung machst, kannst du auch keine guten Erfahrungen machen.“ – eine einfache, aber tiefgründige Wahrheit, die zum Nachdenken anregt. Auch der Leser wird immer wieder verführt, in eigene Gedanken abzuschweifen.
Das Buch ist kurzweilig, mitreißend und voller Lebensnähe. Maack schafft es, das Schwere mit einer Prise Humor zu erzählen, ohne die Ernsthaftigkeit der Depression zu verharmlosen. Ein Werk, welches aufzeigt, welche Gedanken in seinem Kopf und wahrscheinlich in den Köpfen vieler anderer Menschen herumgeistern. Ein Werk, das Mut macht, Verbindung schafft und zeigt, wie man trotz allem weitermachen kann. Absolut lesenswert!
Verlag: Suhrkamp
423 Seiten
ISBN-13: 978-3-518-43298-3