Die Wechseljahre sind eine Lebensphase, in der hormonelle Veränderungen mit körperlichen und psychischen Beschwerden einhergehen können. Insbesondere während der Perimenopause, der Übergangsphase vor der letzten Monatsblutung und in der Zeit danach, können depressive Symptome auftreten oder sich bereits bestehende Beschwerden verstärken.
Frauen, die bereits früher an Depressionen erkrankt waren, können besonders anfällig für erneute depressive Beschwerden sein. Neben hormonellen Schwankungen können auch körperliche Beschwerden, belastende Lebensereignisse und Veränderungen der Lebensumstände eine Rolle spielen.
Zu den möglichen Beschwerden gehören Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Hoffnungslosigkeit, Ängste, innere Unruhe, Grübeln, Erschöpfung und Schlafstörungen. Diese Symptome können im Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten, aber auch auf eine behandlungsbedürftige Depression hinweisen.
Behandlung
Welche Behandlung geeignet ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und ob eine depressive Erkrankung vorliegt.
Bei depressiven Symptomen, die im zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn der Perimenopause auftreten, ohne dass die Kriterien einer depressiven Störung erfüllt sind, kann laut der S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause (Konsultationsfassung 2026) eine menopausale Hormontherapie erwogen werden. Ob sie im Einzelfall infrage kommt, sollte unter Berücksichtigung möglicher Risiken und Gegenanzeigen ärztlich besprochen werden.
Liegt eine depressive Episode vor, richtet sich die Behandlung nach der Nationalen Versorgungsleitlinie Unipolare Depression. Je nach Schweregrad kommen insbesondere psychotherapeutische und gegebenenfalls medikamentöse Behandlungen infrage. Eine Hormontherapie ersetzt diese Behandlung nicht.
Psychische Belastung und Suizidalität
Wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Übergang in die Wechseljahre, insbesondere der Perimenopause, und erhöhter Suizidalität hin. Die Ergebnisse erlauben jedoch keine eindeutigen Aussagen über Ursache und Ausmaß des Risikos.
Anhaltende depressive Symptome sollten nicht als normale Begleiterscheinung der Wechseljahre abgetan werden. Betroffene sollten sich frühzeitig ärztlich beraten lassen, insbesondere bei deutlichen Stimmungsveränderungen oder einer früheren Depression. Bei Suizidgedanken ist es wichtig, zeitnah professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen; bei akuter Gefahr über den Notruf 112.
Quellen und weiterführende Informationen