Für unsere Vorstellungsreihe „Wir sind die DDL“ haben wir dem im Oktober neu gewählten Vorstand einige Fragen gestellt. In den kommenden Wochen möchten wir Ihnen so die Gesichter hinter deutschlands größter Betroffenenvertretung genauer vorstellen. In dieser Ausgabe lernen sie unseren Beisitzenden Jonas Schmidt (Jahrgang 1997) aus Bremen kennen:
Was hat dich motiviert, dich im Vorstand der Deutschen DepressionsLiga zu engagieren?
Zum einen möchte ich den berühmten „frischen Wind“ einer jüngeren Generation einbringen, zum anderen erhoffe ich mir mein Know-How aus der Öffentlichkeitsarbeit in anderen Positionen in dieser Position einbringen zu können, um die Mitgliederzahlen unseres Vereins zu erhöhen.
Warum ist dir das Thema Depression so wichtig?
Persönlich ist es mir als Betroffener wichtig, gegen die Stigmata psychischer Erkrankungen anzukämpfen. Aber auch gesellschaftlich ist es dringend notwendig, dass wir Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch ernst nehmen.
Selbsthilfe ist für mich der Lückenfüller zwischen der professionellen Psychotherapie und dem freundschaftlichen oder familiären Rat. Es kann nochmal ganz anders guttun, sich von ebenfalls betroffenen Personen verstanden und gesehen zu fühlen.
Was gibt dir selbst Kraft, wenn es einmal schwierig wird?
Ich habe zum Glück inzwischen viele schöne Erinnerungen in meiner „Schatzkiste“ zuhause liegen. Seine es Fotos von/mit Freunden, Konzerttickets oder auch selbstgebasteltes aus der Ergotherapie, die ich während meines damaligen Klinikaufenthaltes nutzen konnte. Diese Schatzkiste hole ich mir gerne mal auf den Schoß, wenn es zu schlecht ist, um mit einem Spaziergang wieder geregelt zu werden und noch gut genug, um noch keine Profis zu brauchen.
Was hat dir persönlich im Umgang mit psychischen Krisen geholfen?
Meine psychotherapeutische Erfahrung. Irgendwann hat man so viele Sichtweisen und Skills gelernt, dass man die eigenen Krisen besser einordnen, verstehen und ertragen kann.
Gibt es ein Zitat oder Motto, das Dich begleitet?
Du bist nicht allein.
Was sollten mehr Menschen über Depressionen wissen?
Dass Depressionen wie jede andere Krankheit jeden Menschen jederzeit erwischen können.
Weil wir eine starke Lobby brauchen. Wenn wir an Depressionen erkrankte Menschen alle gemeinsam eine Partei gründen würden und diese alle wählen, hätten wir sofort eine krasse Mehrheit. Diese Power – sei sie durch die Krankheit noch so gehemmt – müssen wir bündeln, um in der Politik wie auch gesamtgesellschaftlich gehört zu werden.
Dass jedes Mitglied ein neues Mitglied „wirbt“ und jedes neue Mitglied direkt noch eine weitere Person mitbringt. Der Jahresbeitrag tut nicht weh und wenn wir eine derart große Truppe werden, haben wir ruckzuck eine richtig gute Lobby aufgebaut.
In der kommenden Ausgabe von „Wir sind die DDL“ lernen sie unsere Beisitzerin Heike Marquitan kennen. Mehr Infos und das Update finden Sie wie gewohnt hier auf der Webseite oder auf unseren Social-Media-Kanälen wie Instagram.