Cover des Buchs von Thomas Paschen „Depression – ein LEIDfaden“

Thomas Paschen „Depression – ein LEIDfaden“

Beschreibung des Autors:
Depression ist mehr als nur Traurigkeit. Sie ist laut und fordernd, dann wieder still und lähmend. Sie ist ein Dieb, der Farben stiehlt, und eine Mauer, die zwischen dich und die Welt tritt. Doch was passiert, wenn man lernt, die Sprache dieser Dunkelheit zu sprechen? Wenn Verletzlichkeit nicht mehr als Schwäche, sondern als verborgene Stärke begriffen wird?

Rezension von DDL-Mitglied Mechthild Strahler

Triggerwarnung: Dieses Buch sowie die folgenden Gedanken dazu thematisieren offen und ungeschönt das Leben mit Depressionen, Traumafolgen sowie sexualisierter Gewalt in der Kindheit. Wenn Sie selbst von ähnlichen Erfahrungen betroffen sind, lesen Sie bitte achtsam – oder zu einem späteren Zeitpunkt. Auch finden Sie am Anfang des Buches einen Disclaimer zum Lesen des Buches und zur Triggerwarnung.

Thomas Paschens „Depression – ein LEIDfaden“ ist kein gewöhnlicher Ratgeber. Wer hier schnelle Lösungen oder zehn einfache Schritte zur Glückseligkeit erwartet, wird enttäuscht sein. Was der Autor stattdessen liefert, ist etwas viel Wertvolleres: ein schonungslos ehrliches, fragmentiertes und zutiefst persönliches Abbild dessen, was es heißt, wenn das gefrorene Meer im Inneren bricht. Meine Rezension beginnt mit den letzten Worten des Autors in Bezug auf dieses Buch: An dich, an euch, an alle, die ihr jeden Morgen aufs Neue aufsteht und dem Leben, EUCH SELBST eine neue Chance gebt.

Paschen, der als Kind sexualisierte Gewalt überlebte und seit Jahrzehnten mit den Folgen von Trauma und Depression lebt, gelingt mit diesem Buch ein Sprachrohr für all jene, denen oft die Worte fehlen. Er beschreibt sein Innenleben selbst als „verquer, chaotisch und manchmal zusammenhanglos“ – und genau darin liegt die Kraft dieses Werkes als Begleiter auf dem eigenen Heilungsweg. Es ist kein Lehrbuch, sondern ein Ventil, ein Leidfaden für die dunkelsten Stunden. Die Bilder, die das Buch ebenso füllen, wie Gedanken und Sprüche, regen zum Nachdenken an.

Besonders berührend ist die Art und Weise, wie Paschen seinen Weg durch das Leid beschreibt. Nach unzähligen therapeutischen Ansätzen fand er seinen wirksamsten Heilungsweg dort, wo keine Erwartungen und keine Menschen sind: in der Stille der Wildnis, beim Wandern und in der unberührten Natur. Diese Wanderungen sind kein bloßes Hobby, sie sind für ihn ein Überlebensweg – eine Rückkehr zu sich selbst, wenn die Welt da draußen unerträglich laut geworden ist. Das Buch lässt diesen Aspekt immer wieder durchscheinen und gibt so gerade auch Naturverbundenen eine wertvolle Perspektive.

Praktisch und alltagstauglich wird es ganz am Ende des Buches: Dort findet sich die sogenannte Löffelliste – eine konkrete Hilfe, um den eigenen Energiehaushalt zu verstehen und nicht über die eigenen Kräfte zu gehen. Wer mit chronischer Erschöpfung lebt, weiß, wie wertvoll ein solches Werkzeug sein kann. Ergänzt wird dies durch eine sorgfältig zusammengestellte Liste mit Anlauf- und Hilfsstellen, die Betroffenen den ersten Schritt aus der Isolation erleichtern kann.

Paschens Credo ist einfach und gleichzeitig so schwer zu begreifen: „Du bist mehr als deine Diagnose“. Er mahnt, dass hinter der Depression ein einzigartiger Mensch wartet, und erinnert uns daran, dass selbst im tiefsten Schatten ein Funke Leben glimmt. Dieses Buch ist eine absolute Empfehlung für Betroffene, die sich verstanden fühlen möchten, aber auch für Angehörige und alle, die verstehen wollen, wie viele Gesichter die Dunkelheit haben kann. Ein mutiges, wichtiges Werk.

Verlag: selbst veröffentlicht
231 Seiten
ISBN-13: 979-8248124411

Erhältlich u.a. über Amazon

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