Umfrage-Teilnehmende gesucht: Ghosting und Depression
Menschen mit Depressionen ziehen sich häufig aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Manchmal fällt es ihnen schwer, auf Nachrichten zu antworten oder den Kontakt zu Familie und Freundeskreis aufrechtzuerhalten. Für Außenstehende kann dieses plötzliche Schweigen verletzend oder schwer nachvollziehbar sein – dabei steckt häufig keine Ablehnung dahinter, sondern eine Depression. Das Phänomen des digitalen Kontaktabbruchs wird häufig mit dem englischen Begriff „Ghosting“ beschrieben.
Was bedeutet „Ghosting“ genau?
Ghosting bedeutet, den Kontakt zu einer anderen Person plötzlich und ohne Erklärung abzubrechen – etwa indem auf Nachrichten nicht mehr geantwortet wird oder jegliche Kommunikation ausbleibt. Häufig wird der Begriff mit Dating in Verbindung gebracht. Ghosting kann jedoch genauso in Freundschaften oder innerhalb der Familie vorkommen. Gerade bei Menschen mit Depressionen steckt dahinter oft keine bewusste Entscheidung gegen andere Menschen, sondern die Erkrankung selbst.
Die Umfrage: Ghosting im Kontext von Depressionen
Gemeinsam mit dem Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien führt die Deutsche DepressionsLiga e.V. eine wissenschaftliche Online-Umfrage zu diesem Thema durch. Untersucht wird, welche Rolle Depressionen beim sogenannten Ghosting spielen und welche Auswirkungen sozialer Rückzug auf Betroffene und ihr Umfeld haben kann. Es geht dabei nicht um Ghosting im Dating-Kontext.
Die Ergebnisse der Studie werden wissenschaftlich ausgewertet und werden zukünftig von der DDL weiter aufgegriffen. Mehr Infos dazu folgen in den kommenden Wochen. Unser Ziel ist es, das Verständnis für die Auswirkungen einer Depression auf zwischenmenschliche Beziehungen zu stärken, Vorurteile abzubauen und Menschen im Umfeld von Betroffenen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Wer kann Teilnehmen?
An der Online-Umfrage können alle Personen ab 16 Jahren teilnehmen. Eine (selbst-)diagnostizierte Depression ist keine Voraussetzung. Die Umfrage möchte ausdrücklich auch die Erfahrungen und das Kommunikationsverhalten von Menschen ohne Depressionsgeschichte erfassen.
Die Teilnahme erfolgt anonym über eine Online-Befragung und dauert etwa 8 bis 10 Minuten.
Mit Ihrer Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, die Forschung zu diesem bislang wenig beachteten Thema zu unterstützen und mehr Aufmerksamkeit für die sozialen Auswirkungen von Depressionen zu schaffen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!