Mobbing ist kein Einzelfall. Diese Erfahrungen begegnen uns in der Arbeit der Deutschen DepressionsLiga e.V. immer wieder. Menschen, die mit einer Depression leben, berichten auch von Mobbingerfahrungen. Oft aus der Schulzeit, manchmal aus dem Arbeitsumfeld.
Mobbing bedeutet für Betroffene wiederholte Abwertung, Ausgrenzung oder Demütigung. Das kann Spuren hinterlassen, die weit über den Moment hinausgehen. Gefühle von Unsicherheit, Rückzug und ein vermindertes Selbstwertgefühl können sich verfestigen. Für Menschen mit Depression kann das eine zusätzliche Belastung sein oder den Verlauf einer Erkrankung beeinflussen. Deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, Mobbing nicht als isoliertes Problem zu betrachten, sondern als einen Faktor, der psychische Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen kann.
Forderung nach bundesweitenm Schutzkonzept gegen Mobbing an Schulen
Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die Initiative „Ich bin gegen Mobbing“. Gemeinsam mit JugendNotmail, Zeichen gegen Mobbing e.V., Colorful e.V., der Suizidpräventionsstelle Hessen und dem Initiator Sven Rühl, setzen wir uns gemeinsam für ein bundesweites Schutzkonzept gegen Mobbing an Schulen ein. Ziel ist es, verbindliche Strukturen zu schaffen, die Betroffene frühzeitig erreichen und unterstützen.
Die Initiative geht unter anderem auf Sven Rühl zurück. Seine Erfahrungen aus Gesprächen mit jungen Menschen, Eltern, Fachkräften und Ehrenamtlichen decken sich mit dem, was wir aus der Selbsthilfe kennen: Der Handlungsbedarf ist groß, und Unterstützung hängt bislang zu oft vom Zufall ab. Nicht überall gibt es klare Zuständigkeiten oder niedrigschwellige Hilfsangebote, die schnell erreichbar sind.
Deshalb ist ein Schutzkonzept sinnvoll, das im Alltag trägt. Betroffene müssen wissen, an wen sie sich wenden können, und die Sicherheit haben, ernst genommen zu werden. Gleichzeitig benötigen Schulen und Fachkräfte verlässliche Rahmenbedingungen, um angemessen reagieren zu können. Prävention und Aufklärung sollten dabei ebenso selbstverständlich sein wie konkrete Unterstützung im akuten Fall.
In der Selbsthilfe hören wir immer wieder, wie wichtig es für Betroffene ist, nicht allein zu bleiben. Ein verlässliches Gegenüber, klare Abläufe und die Möglichkeit, vertraulich über die eigene Situation zu sprechen, können entscheidend sein. Genau hier setzt die Initiative an: Sie will nicht nur aufklären, sondern auch Hilfsangebote sichtbarer machen und den Zugang dazu erleichtern.
Ein wichtiger Schritt ist die Petition für ein bundesweites Schutzkonzept gegen Mobbing, die Sie auf der Plattform change.org unterstützen können.