DDLmeeteinander zum Thema „Medikamente und Depressionen“  

Am 3. Februar 2026 fand unser erstes DDLmeeteinander in diesem Jahr zum Thema „Medikamente und Depressionen“ statt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Geschäftsstellenleiterin Dagmar Siewertsen, unterstützt von den Vorstandsmitgliedern Oliver Vorthmann und Heike Marquitan. 

Als fachlichen Gast durften wir Prof. Dr. med. Peter Zwanzger begrüßen, der zum Team der fachlichen Berater*innen der Deutschen DepressionsLiga gehört. Prof. Zwanzger ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt im Bereich Allgemeinpsychiatrie und Psychosomatische Medizin am kbo-Inn-Salzach-Klinikum, Leiter des Forschungsbereichs Angst und Angsterkrankungen an der LMU München sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Angstforschung. In einem kurzen fachlichen Input gab er zunächst einen Überblick über die medikamentöse Behandlung von Depressionen und aktuelle Entwicklungen. 

Zentrale Themen aus den Fragen der Teilnehmenden 

Im Vorfeld der Veranstaltung waren bereits zahlreiche Fragen unserer Mitglieder eingegangen. Diese wurden thematisch gebündelt und in die Diskussion eingebracht. Dabei zeigte sich ein großer Bedarf an Orientierung und Einordnung im Umgang mit Antidepressiva und anderen Medikamenten.  

Besonders intensiv diskutiert wurden Fragen zur Wirksamkeit von Antidepressiva und zu realistischen Erwartungen an eine medikamentöse Behandlung. Viele Teilnehmende beschäftigte außerdem die Frage, wie lange Medikamente eingenommen werden sollten und woran sich erkennen lässt, ob eine Behandlung noch sinnvoll ist. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema Nebenwirkungen im Alltag sowie dem Umgang mit Medikamentenkombinationen oder Präparatewechseln. Auch der Themenkomplex Absetzen von Antidepressiva und mögliche Absetzsymptome, den viele Teilnehmende aus eigener Erfahrung als belastend und verunsichernd beschrieben, wurde diskutiert. 

Darüber hinaus ging es um neue Therapieansätze, den Umgang mit Begleiterkrankungen sowie um die Perspektive von Angehörigen, die ebenfalls von Nebenwirkungen und Krankheitsverläufen betroffen sein können. Die Diskussion knüpfte dabei auch an das DDLmeeteinander vom November 2025 zum Thema „Wechseljahre und Depressionen“ an – etwa bei der Frage, wie Hormonschwankungen die Wirkung von Antidepressiva beeinflussen können.  

Zwischen Hoffnung, Skepsis und Selbstbestimmung 

In der Diskussion wurde deutlich, dass Antidepressiva weder als Allheilmittel noch pauschal als problematisch betrachtet werden sollten. Für manche Betroffene schaffen sie Stabilität und eröffnen überhaupt erst die Möglichkeit, therapeutisch zu arbeiten. Andere erleben dagegen nur eine unzureichende Wirkung oder belastende Nebenwirkungen. 

Ein zentrales Thema war daher die informierte Entscheidung: Wie können Patientinnen und Patienten realistische Erwartungen entwickeln, Nutzen und Risiken abwägen und gemeinsam mit ihren Behandlerinnen und Behandlern tragfähige Entscheidungen treffen? Und wie kann im Behandlungsverlauf immer wieder überprüft werden, ob der eingeschlagene Weg noch passend ist? 

Wir bedanken uns herzlich bei Prof. Zwanzger für seine fachliche Einordnung und bei allen Teilnehmenden für ihre Fragen und Beiträge.

Das nächste DDLmeeteinander findet am 12. März 2026 zum Thema „Männer und Depression“ statt. 

Ein Angebot für Mitglieder

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