Für unsere Vorstellungsreihe „Wir sind die DDL“ haben wir dem im Oktober neu gewählten Vorstand einige Fragen gestellt. In den kommenden Wochen möchten wir Ihnen so die Gesichter hinter Deutschlands größter Betroffenenvertretung genauer vorstellen. In dieser Ausgabe lernen Sie unsere Beisitzerin Heike Marquitan (Jahrgang 1969) aus Altendiez in Rheinland-Pfalz kennen:
Was hat dich motiviert, dich im Vorstand der Deutschen DepressionsLiga zu engagieren?
Ich möchte gerne daran mitwirken, dass die Erkrankung aus ihrem Schattendasein bzw. ihrer Schmuddelecke dorthin geholt wird, wo sie hingehört: in die Mitte der Gesellschaft. Es kann jeden Menschen treffen, ganz unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildung, Familienstand, wirtschaftlichen Verhältnissen etc. Als Frau mittleren Alters mit jeder Menge Lebenserfahrung kann ich dazu bestimmt einen guten Beitrag leisten.
Warum ist dir das Thema Depression so wichtig?
Ich bin, wie alle im Vorstand, persönlich betroffen und selbst gleichzeitig auch Angehörige. Wie oft ich ein „das sieht man dir gar nicht an“ gehört habe, kann ich nicht mehr zählen. Nicht-sichtbare Beeinträchtigungen sollen ihren Platz in der Gesellschaft haben und vor allem akzeptiert werden. Dies gilt im persönlichen Umfeld wie auch im beruflichen Kontext. Dort ist das Verständnis an der ein oder anderen Stelle nicht sonderlich ausgeprägt.
In erster Linie bedeutet Selbsthilfe für mich, sanft mit mir selbst umzugehen, mich selbst als das, was ich bin, anzuerkennen. Mir Zeit und Raum für Selbstfürsorge zu geben und für meine Bedürfnisse einzustehen.
Was hat dir persönlich im Umgang mit psychischen Krisen geholfen?
Der Austausch mit Betroffenen, aber auch Selbstreflexion: warum reagiere ich jetzt so? Was hat mich gepiekst? Und dann aber auch: die Krise darf sein. Ich weiß, dass es irgendwann wieder hell wird. Ich muss mir Zeit geben.
Gibt es ein Zitat oder Motto, das Dich begleitet?
Gloria Gaynor: I am what I am and what I am needs no excuses.
Was bedeutet für Dich „Zurück ins Leben“?
Die Feststellung: „Ich bin kein Alien“. Ich kann so, wie ich bin, am Leben teilnehmen. Auch wenn ich keine größeren Menschenansammlungen mag: das ist okay!
Was sollten mehr Menschen über Depressionen wissen?
Wir sind viele!
In der kommenden Ausgabe von „Wir sind die DDL“ lernen Sie unseren Schatzmeister Michael Bergmann kennen. Mehr Infos und das Update finden Sie wie gewohnt hier auf der Webseite oder auf unseren Social-Media-Kanälen wie Instagram.