Claudia Kuciucki

Dr. Claudia Kociucki verabschiedet sich als DDL-Vorständin

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.  

Also: als ich dachte. Als wir alle dachten, die wir in den vergangenen 12 Monaten in Vorstand und Geschäftsstelle, in Projekten und Ehrenamt, in Kooperationen und Gremien zusammengearbeitet haben. Auch als die Mitglieder dachten, die mich im Oktober 2024 für zwei Jahre zur Vorsitzenden gewählt haben.  

Eigentlich hatte ich vor, mein Abschiedsblögchen erst in ein paar Jahren zu schreiben. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich dieses Amt bereits nach der Hälfte der Laufzeit zurückgeben würde. So kam es aber am 26.10. auf der Mitgliederversammlung in Siegburg. Vorab: Ich danke euch und Ihnen allen für das Vertrauen, die unfassbar motivierende und berührende Wertschätzung und die stärkende Begleitung und Unterstützung meiner Arbeit im Vorstand der Deutschen DepressionsLiga.       

Eigentlich kann ich stolz auf mich sein – auch wenn es sich im ersten Moment nicht so anfühlte, als ich die Entscheidung im Oktober traf. Wie oft hatte ich jahrelang während meiner stationären und tagesklinischen Aufenthalte oder in den ambulanten Therapien gehört: „Nehmen Sie sich ernst“ und „Selbstfürsorge gehört an die erste Stelle“. Und wie oft sagen wir zu anderen Menschen: „Gesundheit ist das Wichtigste“ und „Nimm dir alle Zeit, die du brauchst“ und „Pass gut auf dich auf“. Mal ehrlich: Wie oft sagen wie diese Sätze zu uns selbst? Ob laut vor dem Spiegel oder mit unserer kaum hörbaren inneren Stimme, bis wir es endlich in die Tat umsetzen? Antwort: Ich auch nicht.   

Eigentlich. Bis mein Körper mir wieder und wieder sagte: „Es reicht!“ Ich habe nicht zugehört. Er so: „Okay, Claudia, dann noch eins obendrauf!“ Ich hab’s ignoriert. Und mein Körper so: „Du hast es noch nicht begriffen? Hier, nimm dies!“ Und wenn schon … „Gut, du hast es nicht anders gewollt …“ Ach komm, dachte ich, nur noch das hier erledigen – nach der nächsten Sache wird’s ruhiger. Dachte ich. Jedes Mal dachte ich das. Bis ich irgendwann (zum Glück) gar nichts mehr dachte, sondern nur noch fühlte: Ich muss die Notbremse ziehen! 

Darauf bin ich tatsächlich stolz: dass ich es gemacht habe. War es schwierig, vom Denken ins Tun zu kommen? O ja. Tat es weh? Und wie. Fühlte es sich wie Versagen und Scheitern an? Durchaus. Zuerst jedenfalls. Bis ich – mit vielen tröstenden Worten von lieben Menschen darauf gestupst worden bin, wohlwollend mit mir selbst auf das Jahr zurückzuschauen und zu sehen, was ich alles geschafft habe. Zu sammeln, was ich Tolles erlebt habe und für mich einzupacken, was ich mitnehme.  

Darauf zu schauen war sehr berührend und heilsam, denn: Wie schnell vergessen wir doch, die vermeintlich „kleinen Dinge“, aber auch die richtig großen auf die Haben-Seite zu schreiben? Ich habe so einige Premieren feiern dürfen, wie ich mit meiner Erkrankung an die Öffentlichkeit gegangen bin: in meiner ersten Podcast-Teilnahme, bei einer tollen Radiosendung, in einem Fernsehdreh mit Doc Esser, und ich war tatsächlich Teil eines Filmbeitrags. Ich hatte die Ehre, den Thementag zu gestalten, und ich durfte einen Ratgeber schreiben. Ich war mutig. So mutig wie wir Betroffenen alle sind, die wir den nächsten Tag angehen, und so mutig, wie wir Angehörigen sind, die wir uns mit unseren Lieben gemeinsam dieser Erkrankung stellen. Viele von ihnen habe ich kennen lernen und ein Stück Weg mit ihnen teilen dürfen. Einige von ihnen kann ich mir aus meinem Leben gar nicht mehr wegdenken. 

Ich bin dankbar und froh über das vergangene Jahr, auch wenn – nein: auch weil – es mich jetzt an einen Punkt gebracht hat, vor dem ich mich jahrzehntelang weggewunden habe: die Selbstfürsorge und meine Gesundheit an erste Stelle zu setzen. (Viele von euch kennen das, oder?)  

Ich bin dankbar, dass unser bisheriger Schatzmeister Jürgen Leuther bereit war, in die Bresche zu springen und für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren. Danke dir und allen, die seit Ende Oktober in neuer Vorstandskonstellation den Verein weiterführen und gestalten. Habt ebensolche Freude an der Tätigkeit und allzeit ein gutes Händchen! Danke an Dagmar Siewertsen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle für euer Engagement und die herzliche, gute Zusammenarbeit. Punktuell bleibe ich der DDL erhalten: mal mit einem Vortrag, auf einer Veranstaltung oder gerne auch in einem Projekt. Wir sehen uns also wieder – ich freue mich drauf! In diesem Sinne.  

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