Ein Wochenende rund um das Thema Depression, persönliche Erfahrungen und den Mut, offen darüber zu sprechen: Am 19. und 20. September fand im LAB-3 in Biebertal bei Gießen die Veranstaltung „Depression Unplugged – Nach Grau kommt Himmelblau“ statt. Die Deutsche DepressionsLiga e.V. wurde dankenswerterweise als Spendenbegünstigte bedacht.
Über 90 Menschen kamen am Samstag ins LAB-3, am Sonntag waren noch einmal rund 60 Besucher:innen, die sich auf den Weg nach Biebertal bei Gießen gemacht hatten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand Dr. Thomas Reinbacher mit einer Lesung aus seinem Buch „Nach Grau kommt Himmelblau“ (Zur Rezension von DDL-Mitglied Mechthild Strahler). Darin erzählt er offen von zwei schweren depressiven Episoden und mehr als 200 Tagen in der Psychiatrie. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fragen, wie sich Depression anfühlen kann, was Angehörige erleben und welche Erfahrungen auf dem Weg durch die Erkrankung eine Rolle spielen können.
Die Lesung wurde dabei an beiden Tagen durch ein vielfältiges Rahmenprogramm ergänzt. Dazu gehörte unter anderem die Kunstausstellung „Art & Mental Health“. Am Samstag gab es im Anschluss eine Party mit DJane Diana. Am Sonntag konnten die Besucher:innen unter anderem kostenlose Schnupperstunden in Thai Chi Chuan/QiGong, Yoga Flow und Soundbath besuchen.
Unterstützung für die DDL
Besonders gefreut hat uns, dass die Veranstalterin Jenni Hohenbild und Autor Thomas Reinbacher die Deutsche DepressionsLiga als Spendenbegünstigte ausgewählt haben. Getränke und Snacks wurden an beiden Veranstaltungstagen gegen Spende angeboten. Das LAB-3 stellte dafür die Räume, Getränke und Helferinnen und Helfer kostenlos zur Verfügung, sodass die Einnahmen vollständig gespendet werden konnten.
Auf diese Weise kamen zunächst 600 Euro zusammen. Jenni Hohenbild stockte den Betrag anschließend aus eigener Tasche auf insgesamt 1.100 Euro auf, denn das Thema Depression ist auch für sie von großer Bedeutung: „Ich bin so dankbar für diese beiden tollen Herzensevents“, sagt Jenni Hohenbild. Sie hat selbst vor einigen Jahren eine schwere depressive Krise erlebt. Das Buch von Thomas Reinbacher habe ihr damals sehr geholfen. Auch Thomas Reinbacher freut sich über die Unterstützung: „Sehr gerne war ich hier mit dabei. Toll, dass so eine große Summe zusammengekommen ist. Danke Jenni – das ist alles andere als selbstverständlich.“
Wir als Deutsche DepressionsLiga sagen ebenfalls Danke: für die Idee, für das Engagement, für die Offenheit und natürlich für die großzügige Spende. Solche Veranstaltungen schaffen Räume, in denen Depression sichtbar wird und Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Die 1.100 Euro fließen in die Arbeit der Deutschen DepressionsLiga und damit in unsere Angebote für Menschen mit Depression und ihre Angehörigen.