Wie können Unternehmen psychische Gesundheit stärker in ihrem Alltag verankern? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigte sich der Mental Health Summit am 22. Oktober 2026 in München. Die Deutsche DepressionsLiga e.V. (DDL) war mit ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Ute Trescher vor Ort. Ein besonderer Programmpunkt war die Keynote von Katty Salié, Botschafterin der DDL.
Offen über Depression sprechen
Unter dem Titel „Das andere Gesicht: Depressionen im Rampenlicht“ sprach Katty Salié über den gesellschaftlichen Umgang mit Depression und darüber, warum Offenheit wichtig ist. Anhand von Gedanken aus ihrem Buch machte sie deutlich, wie hilfreich und hilfreich es sein kann, über die Erkrankung zu sprechen und sie ernst zu nehmen.
Denn Depressionen sind trotz ihrer Verbreitung in der Gesellschaft immer noch mit Vorurteilen und Unsicherheit verbunden. Offenheit kann dazu beitragen, Missverständnisse abzubauen und Betroffenen den Weg zu Unterstützung zu erleichtern. Dafür braucht es ein Umfeld, in dem psychische Erkrankungen ernst genommen werden und Menschen keine Nachteile befürchten müssen, wenn sie darüber sprechen.
Mentale Gesundheit als Teil der Unternehmenskultur
Der von FOCUS-Business und Burda Media veranstaltete Summit brachte rund 200 Teilnehmende zusammen. Das Programm umfasste Vorträge, Diskussionsrunden, Praxisbeispiele und Workshops. Im Mittelpunkt standen unter anderem Prävention, Führung, betriebliche Gesundheitsförderung und die Frage, wie Unternehmen psychische Gesundheit nachhaltig in ihrer Kultur verankern können.
Für die DDL war besonders erfreulich, dass sich viele Führungskräfte mit der Verantwortung von Unternehmen für die mentale Gesundheit ihrer Beschäftigten auseinandersetzten. Psychische Gesundheit sollte nicht erst dann Thema werden, wenn Menschen erkranken oder längere Zeit ausfallen. Entscheidend ist auch, wie Arbeitsbedingungen gestaltet sind, ob Belastungen frühzeitig wahrgenommen werden und ob Beschäftigte Unterstützung erhalten können.
Psychische Gesundheit braucht persönlichen Austausch
Digitale Angebote und neue technische Möglichkeiten können die Gesundheitsförderung unterstützen. Sie ersetzen jedoch nicht den direkten zwischenmenschlichen Kontakt“, berichtet die stellvertretende DDL-Vorsitzende Ute Trescher. Gerade bei psychischen Erkrankungen sind Verständnis, Vertrauen und persönliche Gespräche wichtig – sowohl im Arbeitsalltag als auch bei der Rückkehr an den Arbeitsplatz nach einer Erkrankung.
Eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur entsteht nicht allein durch einzelne Maßnahmen, sondern vor allem durch den Umgang miteinander im Alltag. Dazu gehört auch, Wissen über psychische Erkrankungen zu vermitteln und Unsicherheiten abzubauen.
Hier setzt das neue DDL-Angebot „Lunch & Learn: Depression und Arbeit“ an, das sich speziell an Unternehmen und ihre Mitarbeitenden richtet. Im Mittelpunkt steht kein medizinischer Fachvortrag, sondern die Perspektive eines Menschen mit eigener Depressionserfahrung. Persönliche Einblicke werden mit fundierten Informationen verbunden. Das kostenfreie Onlineformat findet während der Mittagspause statt.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte auf der Veranstaltungsseite „Lunch & Learn: Depression und Arbeit“.