Pressemitteilung: Honorarkürzungen in der Psychotherapie

Honorarkürzung für Psychotherapie: Deutsche DepressionsLiga warnt vor Folgen für Betroffene 

Bonn, 16. März 2026

Betroffenenorganisation sorgt sich um Versorgungssicherheit und mögliche längere Wartezeiten 

Die Deutsche DepressionsLiga e.V. zeigt sich besorgt über die vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossene Absenkung der Psychotherapeutenhonorare um 4,5 Prozent. Der Beschluss, der ab dem 1. April 2026 gilt, könnte sich nach Einschätzung der Betroffenenorganisation negativ auf die psychotherapeutische Versorgung auswirken. 

Mehr als jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist im Laufe eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Gleichzeitig berichten viele Menschen mit Depressionen bereits heute von langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Vor diesem Hintergrund bewertet die Deutsche DepressionsLiga die Absenkung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen kritisch. 

Jürgen Leuther, Vorstandsvorsitzender der Deutschen DepressionsLiga e.V., erklärt: 
„Aus Sicht von Menschen mit Depressionen ist ein verlässlicher Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung von zentraler Bedeutung. Bereits heute berichten viele Betroffene von langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz.“ 

Leuther ergänzt: 
„Wenn sich die Rahmenbedingungen für psychotherapeutische Praxen verschlechtern, besteht die Gefahr, dass weniger Therapieplätze für gesetzlich Versicherte zur Verfügung stehen. Das würde die ohnehin langen Wartezeiten für Betroffene weiter verlängern.“ 

Wartezeiten als zentrales Problem
Für Menschen mit Depressionen kann jede Woche ohne Behandlung eine erhebliche Belastung bedeuten. Besonders im ländlichen Raum warten Betroffene teilweise mehrere Monate auf einen Therapieplatz. Die Deutsche DepressionsLiga befürchtet, dass sich diese Situation weiter verschlechtern könnte, etwa wenn Praxen weniger gesetzlich Versicherte behandeln oder Therapieplätze schwerer nachbesetzt werden. 

Psychotherapie ist für viele Betroffene keine optionale Leistung, sondern eine notwendige Behandlung. Eine ausreichende Zahl qualifizierter Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist dafür eine unverzichtbare Voraussetzung. 

Versorgung psychisch Erkrankter muss Priorität haben
Die Deutsche DepressionsLiga hält es für wichtig, die möglichen Auswirkungen des Beschlusses auf die Versorgung psychisch erkrankter Menschen sorgfältig zu prüfen. 

Aus Sicht der Betroffenenorganisation ist entscheidend: 

  • die Auswirkungen des Beschlusses auf die Versorgung psychisch erkrankter Menschen genau zu beobachten
  • eine wohnortnahe und erreichbare psychotherapeutische Versorgung zu erhalten, auch im ländlichen Raum
  • die Betroffenenperspektive bei gesundheitspolitischen Entscheidungen stärker einzubeziehen
  • langfristig ausreichend Therapieplätze sicherzustellen, damit Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zeitnah Hilfe erhalten können 

Für weitere Rückfragen und Interviews sowie professionelle Einschätzungen steht Ihnen die Deutsche DepressionsLiga selbstverständlich zur Verfügung.  

Kontakt 
Deutsche DepressionsLiga e.V. 
Postfach 210166, D-53156 Bonn 
Telefon: 0228 / 24065772 
E-Mail: presse@depressionsliga.de
www.depressionsliga.de 

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